Wirkungsgrad/Frachteinleitung

CSB:

CSB steht für «Chemischer Sauerstoffbedarf» und ist ein Mass für die Summe aller organischen Stoffe im Abwasser. Die gesamte CSB-Fracht im Zulauf aller Kläranlagen im Kanton Luzern liegt bei rund 20'000 Tonnen pro Jahr (Rohabwasser). Dank Abwasservorbehandlungsanlagen bei grossen Industriebetrieben ging diese Fracht bis 2004 leicht zurück. Seither nimmt sie wegen der Bevölkerungszunahme langsam wieder zu. Der mittlere CSB-Wirkungsgrad aller Kläranlagen hat einen sehr hohen Wert von 94 % erreicht und lässt sich nur noch schwer verbessern. Die in die Gewässer eingeleitete Ablauffracht geht daher nur noch langsam zurück und liegt momentan bei rund 1'200 Tonnen pro Jahr. Die in den nächsten 20 Jahren bei zwei grösseren Kläranlagen geplante neue Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen werden aber den CSB-Abbau weiter verbessern und die Gewässerbelastung verringern.

 

Ammonium-Stickstoff (NH4-N):
Ammonium ist die häufigste Stickstoff-Verbindung im Abwasser. Es wirkt Sauerstoff-zehrend und steht in einem chemischen Gleichgewicht mit dem Fischgift Ammoniak. Der Ammonium-Gehalt in den Gewässern sollte daher möglichst gering gehalten werden. Die meisten Kläranlagen sind deshalb verpflichtet, Ammonium-Stickstoff in harmloseren Nitrat-Stickstoff umzuwandeln (Nitrifikation). Die Luzerner Kläranlagen verarbeiten rund 2'200 Tonnen nitrifizierbaren Stickstoff pro Jahr (Ammonium-Stickstoff und organischer Stickstoff). Dieser wird zu 98 % nitrifiziert, so dass heute nur noch rund 50 Tonnen Ammonium-Stickstoff pro Jahr in die Gewässer gelangen. Mit dem Ausbau und der weiteren Optimierung der Kläranlagen soll diese Menge in Zukunft weiter reduziert werden.

Gesamt-Stickstoff:
Ein zu hoher Stickstoff-Eintrag kann in den Seen und insbesondere im Meer (Nordsee) zu Überdüngung führen. Die gesamte Stickstoff-Fracht im Zulauf aller Kläranlagen im Kanton Luzern liegt bei rund 2'200 Tonnen pro Jahr (Rohabwasser). Diese Fracht hat in den letzten Jahren stärker zugenommen als andere Belastungen. Gleichzeitig haben viele Kläranlagen eine erweiterte Stickstoffelimination installiert (Denitrifikationsstufe) und deren Leistung optimiert. Der mittlere Wirkungsgrad der Stickstoff-Elimination im Kanton Luzern hat sich daher seit 2002 verdoppelt und liegt nun bei rund 66 %. Damit konnte der Stickstoff-Eintrag in die Gewässer trotz steigender Zulauffrachten deutlich reduziert werden und beträgt heute noch rund 760 Tonnen pro Jahr. Diese Fracht soll in Zukunft dank Optimierungen weiter reduziert werden.

Gesamt-Phosphor:
Ein zu hoher Phosphor-Eintrag führt insbesondere in den Mittellandseen (Sempachersee, Baldeggersee, Hallwilersee) zu Überdüngung, weshalb diese heute künstliche belüftet werden müssen. Die gesamte Phosphor-Fracht im Zulauf aller Kläranlagen lag in den letzten Jahren relativ konstant bei rund 280 Tonnen pro Jahr (Rohabwasser).  Die Phosphor-Elimination (Fällung) der Kläranlagen wurde laufend optimiert. Der mittlere Wirkungsgrad der Phosphor-Elimination im Kanton Luzern ist damit auf rund 91 % gestiegen. Der Phosphor-Eintrag in die Gewässer liegt heute bei 24 Tonnen pro Jahr und soll in Zukunft weiter reduziert werden.

 

  

 

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