Finanzierung der Abwasserbeseitigung

Kostendeckende Gebühren

Die Gemeinden erheben von den Grundeigentümerinnen und -eigentümern eine einmalige Anschlussgebühr und eine jährliche Benutzungsgebühr für den nachhaltigen Betrieb, Unterhalt, Ersatz und Ausbau der Abwasseranlagen. Diese Gebühren müssen verursachergerecht erhoben werden und kostendeckend sein.

Ziel ist die Werterhaltung

Den Wert der Infrastrukturanlagen zu erhalten muss das Ziel jeder Gemeinde sein. Um die Werterhaltung sicherzustellen ist eine überlegte Finanzplanung notwendig.

Unsere Dienststelle stellt dazu die Richtlinie "Finanzierung der Abwasserbeseitigung" zur Verfügung. Diese soll sicherstellen, dass die notwendigen Rückstellungen in allen Gemeinden einheitlich kalkuliert werden. Sie spezifiziert den Umfang der Anlagen, die kostenrelevanten Entwicklungsgrössen und die Vorgaben für die Gemeindebuchhaltung.

Die Gemeinden sind aufgefordert, die detaillierte Kalkulation gemäss der kantonalen Richtlinie vorzunehmen und diese periodisch zu überarbeiten.

Abwasserabgabe

Ab dem Jahr 2016 erhebt der Bund eine Abwasserabgabe für die Finanzierung von Reinigungsstufen zur Spurenstoff-Elimination auf Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Diese Abgabe wird bis 2040 jährlich erhoben und beträgt 9 Franken pro an die ARA angeschlossenem Einwohner und Jahr. Dies entspricht einer Erhöhung um ungefähr 0.15 Franken pro Kubikmeter Frischwasser. Den Gemeinden wird empfohlen, ihre Abwassergebühren bei der nächsten Gebührenkalkulation zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Der 5-Jahres-Rhythmus der periodischen Gebührenkalkulation soll beibehalten werden (keine zusätzliche Kalkulation wegen der Abwasserabgabe notwendig).

Maximalansatz

Der Maximalansatz beträgt seit dem 1. Januar 2016 3.40 Franken pro Kubikmeter Frischwasser. Übersteigen die Gebühren den Maximalansatz, sind die Gemeinden berechtigt, allgemeine Steuermittel zur Finanzierung der Abwasserentsorgung beizuziehen. Der Wert wird regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst.