Biogas

Durch die Vergärung geeigneter Biomasse entsteht Biogas. Biogas ist ein Gemisch, das zu rund zwei Dritteln aus Methan und zu einem Drittel aus Kohlendioxid besteht. Die Erzeugung dieses Gases erfolgt in Vergärungsanlagen (Biogasanlagen), in denen Bakterien die organische Substanz, welche in der Biomasse enthalten ist, abbauen. Geeignete Ausgangsstoffe für die Vergärung sind z.B. Gülle, Mist, Bioabfälle, Klärschlamm oder auch gezielt angebaute Energiepflanzen.
Biogas lässt sich vielfältig nutzen. Es kann gereinigt und aufbereitet direkt ins Erdgasnetz eingespiesen oder in Blockheizkraftwerken zur Produktion von Strom und Wärme genutzt werden. 

Situation im Kanton Luzern 

In den letzten Jahren wurden im Kanton Luzern grosse Biogasanlagen errichtet. Es entstanden weit mehr Kapazitäten für die Verarbeitung von organischen Abfällen, als im Kanton Luzern gesammelt werden und damit zur Verfügung stehen. 

Des Weiteren hat Biogas im Kanton Luzern eine Bedeutung beim Heizungsersatz. Gemäss aktuellen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) darf nach einem Heizungsersatz der Anteil an nichterneuerbarer Energie 90% des massgebenden Bedarfs nicht überschreiten. Um diese Vorgabe einzuhalten, wurden elf Standardlösungen vordefiniert. Im Kanton Luzern kann die Anforderung beim Ersatz einer Gasheizung jedoch noch mit einer weiteren Lösungsvariante - dem Einsatz von 20% Biogas während 20 Jahren - erfüllt werden. Die Details zur Lösung mit Biogas sind im Kapitel "Erneuerbare Wärme beim Wärmeerzeugerersatz" der Luzerner Hinweisen für die Vollzugspraxis nachzulesen.