Mobilfunkantennen

Seit den 1990er-Jahren ist die Anzahl der Mobilfunkgeräte in der Schweiz auf über 11 Millionen gestiegen. Zudem ist das Volumen der per Mobilfunk übertragenen Daten zwischen 2008 und 2016 um das 375-fache gestiegen. Dies bedingt eine ständige Verfügbarkeit von mobilen Diensten und damit einen weiteren Ausbau der drahtlosen Infrastruktur. Für den Betrieb der Mobilfunknetze wurden bis Mitte 2018 an mehr als 18'500 Standorten Mobilfunkantennen errichtet.

Strahlung in der Umgebung einer Mobilfunkantenne und Skala der elektrischen Feldstärke in Volt pro Meter (V/m).

Baubewilligungsverfahren
Für einen neuen Antennenstandort muss der Mobilfunkbetreiber bei der Standortgemeinde ein Baugesuch einreichen. Zu den erforderlichen Unterlagen gehört das sogenannte Standortdatenblatt. Darin liefert der Betreiber Angaben wie Sendeleistungen sowie Hauptstrahlrichtungen und berechnet die zu erwartende Strahlung in der Umgebung der Anlage.

Die Gemeinde ist verpflichtet, das Baugesuch öffentlich aufzulegen, damit betroffene Anwohner allenfalls Einsprache einreichen können. Aus dem Standortdatenblatt geht hervor, bis zu welchem Abstand zwischen Wohnort und Anlage eine Einspracheberechtigung vorliegt.

Hält die geplante Anlage die Grenzwerte der NISV ein, so muss sie von der Gemeinde bewilligt werden. Bei der Ausschöpfung des Anlagegrenzwertes zu mehr als 80 Prozent hat nach Inbetriebnahme der Anlage eine Abnahmemessung zu erfolgen. Damit wird im realen Betrieb geprüft, ob eine neue Anlage die Grenzwerte einhält.

Bewilligung im Bagatellverfahren
Als Bagatelländerungen gelten Änderungen einer Mobilfunkanlage, sofern keine oder nur eine unbedeutende Erhöhung der elektrischen Feldstärke an Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN) daraus resultiert. Bei erfüllten Bedingungen ist kein umweltrechtliches Baugesuchverfahren erforderlich, das Standortdatenblatt wird jedoch aktualisiert.