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Ammoniak

Ammoniak (NH3) ist ein stickstoffhaltiges Gas das in der Tierhaltung entsteht und entweicht. Die Ausscheidungen der Tiere enthalten Stickstoff in Form von Harnstoff, welcher innerhalb kurzer Zeit durch Bakterien mittels des Enzyms Urease in Ammoniak umgewandelt wird. Ammoniak entweicht von verschmutzten Flächen im Stall oder Laufhof, aus Güllelagern und Misthaufen oder bei der Ausbringung von Gülle. Ausgehend von diesen Quellen wird Ammoniak und der darin gebundene Stickstoff durch die Luft transportiert.

Auf den landwirtschaftlich produktiven Flächen stellt der im Ammoniak gebundene Stickstoff ein wertvoller Dünger dar. Wird er durch die Luft in Wälder, Moore und magere Naturwiesen eingetragen bewirkt er dort jedoch eine unerwünschte Düngung, welche diese besonders artenreichen Ökosysteme unwiederbringlich negativ verändert.

Emittiertes Ammoniak bleibt nur einige Stunden bis wenige Tage in der Luft. Da es gut wasserlöslich ist bleibt es nahe an der Quelle an Pflanzenoberflächen haften oder es wird mit Regen ausgewaschen. Verbindet es sich mit sauren Komponenten aus Stickoxiden und Schwefeldioxid so wird es als Feinstaub gebunden. Diese Verbindungen verbleiben länger in der Atmosphäre und werden daher vom Wind verfrachtet und weiter entfernt abgeschieden oder ausgeregnet.

Film: Stickstoff - vom Segen zum Umweltproblem (Bundesamt für Umwelt BAFU)

  • Folgen der Freisetzung von Ammoniak
    • Die Folgen sind eine Versauerung des Bodens, eine erhöhte Anfälligkeit der Bäume auf Windwurf und Schädlingsbefall sowie die Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser. Der hohe Stickstoffeintrag führt zudem zu einem Artenverlust in empfindlichen Ökosystemen wie es Magerwiesen, Moore oder Wälder sind.

Der Kanton Luzern ist stark von der Landwirtschaft geprägt. Von seiner Gesamtfläche werden über 54% landwirtschaftlich genutzt. Die rund 4’500 Luzerner Landwirtschaftsbetriebe halten etwa ein Viertel des schweizerischen Schweinebestandes und den zweitgrössten Rinderbestand.

  • Ammoniakemissionen der Luzerner Landwirtschaftsbetriebe
    • Der Luzerner Regierungsrat hatte bereits im Jahr 2007 einen ersten Teilplan Ammoniak des Massnahmenplans Luftreinhaltung in Kraft gesetzt. Diese Massnahmen hatten zum Ziel, die Ammoniakemissionen bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2000 zu senken. Die zwischen 2009 und 2014 effektiv erzielte Reduktion betrug allerdings lediglich 4.5 Prozent.
    • Ursachen für die grosse Ziellücke sind zahlreich. Viele Landwirtschaftsbetriebe haben vom Anbind- zum Laufstall gewechselt oder die Auslaufhaltung eingeführt. Diese, von der Gesellschaft erwünschten Verbesserungen im Bereich des Tierwohls führt zu erhöhten Emissionen. Zudem wurde die Wirkung des ersten Massnahmenkataloges aus dem Jahr 2007 als zu optimistisch eingestuft.
Obwohl bereits viele Luzerner Landwirtschaftsbetriebe Massnahmen umgesetzt haben, sind diese nicht ausreichend um die Ziele zu erreichen. Eine flächendeckende Umsetzung weiterer Massnahmen ist dazu notwendig. Die Dienststelle Umwelt und Energie hat die bestehenden Massnahmen des Teilplans Ammoniak aus dem Jahr 2007 nun überprüft, weiterentwickelt und ergänzt.

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