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Massnahmenplan II

Mit Inkrafttreten des Massnahmenplans II Luftreinhaltung, Teilplan Ammoniak am 1. Juli 2020, müssen alle offenen Güllelager im Kanton
Luzern bis zum Jahr 2030 abgedeckt werden. Die dauerhaft wirksame Abdeckung von Behältern zur Lagerung von flüssigen Hof- und
Recyclingdünger bewirkt eine Verminderung der Emissionen von Ammoniak und Gerüchen.

Die Schweizer Landwirtschaft emittiert immer noch doppelt so viel Ammoniak als ökologisch zulässig wäre. Während die Verursachergruppe
„Industrie/Verkehr“ die Emissionen in den letzten 40 Jahren um 70 % zu reduzieren vermochte, ist es der Landwirtschaft bis heute erst
gelungen, ihre Emissionen um knapp 30 % zu verringern. Für die Luzerner Landwirtschaft ist dies eine zentrale Herausforderung, da sie
schweizweit zu den grossen Emittenten von Ammoniak zählt.

Bis 2030 sollen daher mittels den Massnahmen des Massnahmenplan II die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft im Kanton Luzern
um 20 % gegenüber dem Referenzjahr 2014 reduziert werden. Die grösste Wirkung haben die Abdeckung der Güllelager (M1) und die
emissionsmindernde Gülleausbringung (M6) mit einem Reduktionspotenzial von rund 800 Tonnen Ammoniak. Das sind 70 % aller
technischen und betrieblichen Massnahmen, die zum angestrebten Zielwert von maximal 3633 Tonnen NH3-N-Emissionen pro Jahr beitragen.

Die Pflicht zur Abdeckung offener Güllelager ist in der Luftreinhalteverordnung (LRV) ab 2022 festgehalten, wobei eine Übergangsfrist zur
Umsetzung von sechs bis acht Jahren vorgesehen ist. Da die Emissionen im Kanton Luzern im Vergleich zur restlichen Schweiz jedoch sehr
hoch und sehr viele ungedeckte Güllelager vorhanden sind, soll die Umsetzung im Kanton Luzern gestaffelt in drei Prioritäten erfolgen
mit Abdeckfristen bis 2025, 2027 und 2030. Die am stärksten emittierenden Anlagen müssen dabei zuerst abgedeckt werden. Personen,
welche ein Güllelager bewirtschaften, werden vom Kanton mit einer Verfügung zur Sanierung aufgefordert, wobei vorgängig das rechtliche
Gehör gewährt wird.

Generell gilt die Abdeckung von Güllelagern seit 2011 als Stand der Technik. In Frage kommen dauerhaft wirksame Abdeckungen, wie im
kantonalen «Merkblatt Abdeckung Güllelager» erläutert.

Für die Umsetzung dieser Massnahme ist die Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) zuständig.
Im Rahmen der Investitionshilfen in der Landwirtschaft können für die Abdeckung von bestehenden Güllelagern Beiträge gesprochen werden.
Die Zuständigkeit für ein «Beitragsgesuch Abdeckungen von bestehenden Güllelager» liegt bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald
(lawa).

Alle relevanten Dokumente und weiterführende Informationen finden Sie hier.

Im überarbeiteten Massnahmenplan II von 2020 legt der Kanton Luzern neun Massnahmen fest. Diese Massnahmen wurden in einer Begleitgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertreter des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV), aus Umweltorganisationen, der kantonalen Dienststellen Umwelt und Energie (uwe) und Landwirtschaft und Wald (lawa) sowie des Berufsbildungszentrums Natur und Ernährung des Kantons Luzern (BBZN) erarbeitet.

Wenn diese Massnahmen vollumfänglich umgesetzt werden, können die Ammoniakemissionen aus der Luzerner Landwirtschaft bis 2030 um rund 20 % gegenüber dem Referenzjahr 2014 reduziert werden.

Nr.  Massnahme  Beschreibung Links 
M1 Abdeckung offener Güllelager
  • Priorität 1: 
    Grosse Schweinegüllelager (Oberfläche > 140m2) bis 2025
  • Priorität 2: 
    Offene Güllelager (Oberfläche < 140m2) bis 2027
  • Priorität 3:
    Alle übrigen offenen Güllelager bis 2030

Faktenblatt

Rückmeldeformular Güllelagerabdeckung

Rückmeldeformular erfolgte Güllelagerabdeckung

Merkblatt Abdeckung offener Güllelager im Kanton Luzern

M2 Ammoniakreduktion bei Stallbauten
  • Bauliche Minderungsmassnahmen mit Langzeitwirkung
  • Neu- und Umbauten
  • Umsetzung "Merkblatt NH3 bei Stallbauten"

Ammoniakemissionen bei Stallbauten (lawa)

M3 Information und Beratung
  • Drehscheibe zwischen Landwirtschafts-Branche, Behörden und Wissenschaft
  • Ausbildung von Landwirtinnen und Landwirten
  • Sensibilisierung und Verständnis fördern

Faktenblatt

Fachexperte Ammoniak

M4 Fütterung der Schweine mit eiweissreduziertem Futter
  • Freiwillige Ressourceneffizienzbeiträge des Bundes bis 2021
  • Pflicht zur abgestuften, bedarfsgerechten Eiweissfütterung ab 2022

Faktenblatt

M5 Emissionsmindernde Gülleausbringung Ausbringungsverfahren
  • Ausbringung mittels Schleppschlauch-, Schleppschuhverteiler oder Schlitzdrillverfahren
  • Befristete Förderung über Ressourceneffizienzbeiträge des Bundes bis 2021 verlängert
  • Ab 2022 auch für Hangneigungen bis 18%

Verdünnung

  • Schulung und Beratung durch Fachstelle Ammoniak

Faktenblatt emissionsmindernde Ausbringverfahren

Faktenblatt Emissionsminderung bei der Gülleausbringung durch Verdünnung

Merkblatt Verdünnung

 

M6 Ammoniakreduktion mit gesteigertem Weideanteil
  • Beratung und Unterstützung von Rindviehalter
  • Geringere Verschmutzung befestigter Flächen

Faktenblatt

Beratung Tierhaltung (BBZN)

M7 Kommunikation Politik und Gesellschaft
  • Aktive politische und gesellschaftliche Diskussion
  • Gegenseitiges Verständnis fördern
  • Zusammenhänge aufzeigen
Faktenblatt
M8 Anträge an den Bund zur Ammoniakreduktion
  • Aktive fachliche Diskussion zwischen kantonalen Stellen und Bund
  • Vorschläge und Anträge zum Thema
Faktenblatt
M9 Erfolgskontrolle und Überprüfung des Teilplans Ammoniak
  • Bericht zum Umsetzungsstand im Jahr 2025
  • Überprüfung der Massnahmen
Faktenblatt

 

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