Das Grundwasservorkommen im Reusstal

Ausdehnung

Im Reusstal, zwischen Emmenbrücke und der Kantonsgrenze zum Kanton Aargau, befindet sich das bedeutendste Grundwasservorkommen des Kantons Luzern.

Hydrogeologische Verhältnisse

Als sich vor rund 17'000 Jahren der Reussgletscher zurückzog, wurde die Felsunterlage sowie die darüberliegende Moräne mit Seeablagerungen und später mit verschiedenartigen Lockergesteinen bedeckt. Der Grundwasserleiter besteht aus Deltaablagerungen und dem sogenannten „Reussschotter“, einer durchgehenden, rund 10 m mächtigen Schicht aus grobkörnigen, sehr gut durchlässigen Flussablagerungen. Die darüberliegende Deckschicht aus Überschwemmungssedimenten ist nicht flächendeckend vorhanden. Der Durchlässigkeitsbeiwert (k-Wert) ist grösser als 10-2 m/s. Die Fliessgeschwindigkeit von 15 bis 30 m pro Tag ist sehr hoch für ein Grundwasservorkommen. Der Grundwasserdurchfluss beträgt maximal 42’ 000 l/min im Unteren Schiltwald, an der Kantonsgrenze noch 8500 l/min. Der Reusswasserspiegel liegt höher als der Grundwasserspiegel, vor allem bei Emmen infiltriert deshalb eine grosse Menge Reusswasser ins Grundwasser. Im Unteren Schiltwald exfiltriert wieder Grundwasser in den Rotbach und andere Seitenbäche.

Wasserqualität

Die Wasserqualität des Grundwassers kann als gut bezeichnet werden. Das Wasser zeichnet sich vor allem durch einen niedrigen Nitratwert und relativ weiches Wasser aus. Am linken Talrand ist der Sauerstoffgehalt stellenweise gering.

Nutzung

Im Reusstal werden jährlich 18 Mio. m3 Grundwasser zu Trink- und Brauchwasserzwecken gefördert, 60% davon durch die Industrie. Die Fassungsanlagen sind mit Grundwasserschutzzonen geschützt. Zur künftigen Sicherung der Trinkwasserversorgung wurden sieben Grundwasserschutzareale ausgeschieden.