Der voralpine Vierwaldstättersee bildet einen einmaligen Landschafts- und Naturraum. Der See lässt sich in sieben Teilbecken gliedern, die aufgrund ihrer geografischen Lage und ihrer morphologischen Ausprägung eine je eigene Charakteristik aufweisen.
Der See verfügt über ein Einzugsgebiet von 2124 km2. Seine Fläche beträgt 114 km2, und seine maximale Tiefe im Gersauer Becken beträgt 214 m. Der Seepegel liegt auf 434 m ü.M, und die Aufenthaltszeit des Wassers beträgt 3.4 Jahre.
Wasserqualität
Das Wasser des Vierwaldstättersees weist generell eine gute Qualität auf. Zwar finden sich wie in vielen Schweizer Gewässern auch hier Spuren von Mikroverunreinigungen. Das sind unter anderem Inhaltsstoffe von Medikamenten, Pflegeprodukten und Pflanzenschutzmitteln. Doch liegen ihre Konzentrationen im Vierwaldstättersee weit unterhalb der Grenzwerte.
Mit dem Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen hat sich die Phosphorkonzentration im See auf einem tiefen Wert eingependelt (ca. 5 mg pro Kubikmeter). Das Wachstum von Algen ist deshalb gering, die Sauerstoffversorgung gut und das Wasser klar.
Seiner guten Wasserqualität wegen wird der See auch als Trinkwasserressource genutzt. Die Stadt Luzern zum Beispiel gewinnt einen Teil ihres Trinkwassers im
Seewasserwerk Kreuzbuch.
Badewasserqualität
Die Qualität des Badewassers wird im Vierwaldstättersee im Kanton Luzern zurzeit an vier Stellen untersucht: an der Ufschötti in Luzern, im Seebad Horw sowie im Rachmaninoff-Quai und im Lido-Strandbad in Weggis. Die Messergebnisse zeigten in den vergangenen zehn Jahren eine gute bis ausgezeichnete Qualität.
Quaggamuschel, Schiffreinigungspflicht
Die Quaggamuschel wurde 2024 erstmals auch im Vierwaldstättersee entdeckt. Um eine weitere Ausbreitung in noch nicht befallene Seen zu unterbinden, besteht im Kanton Luzern seit April 2026 eine Schiffsmelde- und -reinigungspflicht für gewässerwechselnde Schiffe. In den übrigen Zentralschweizer Kantonen gilt die Reinigungspflicht seit 2023.
Landschafts- und Naturraum
Der Vierwaldstättersee ist Teil des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN).
Eine
interaktive Karte gibt Auskunft über die Art der Ufer, geschützte Gebiete und die Verbreitung von Wasserpflanzen im Vierwaldstättersee.
Aufsichtskommission Vierwaldstättersee
Die fünf Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Luzern, die sich den Vierwaldstättersee teilen, arbeiten beim Schutz des Sees zusammen. Sie stimmen Schutz- und Nutzungsaspekte über die Kantonsgrenzen hinweg miteinander ab. Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) koordiniert die Gewässerüberwachung und die Gewässerschutzmassnahmen im Einzugsgebiet des Sees. Aspekte wie die Fischerei und die Privatschifffahrt sind in Vereinbarungen unter den Kantonen geregelt.