Glossar Tankanlagen

Abnahme der Anlage

Die fertig erstellte Anlage ist der Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) zur Abnahme zu melden. Die Meldung sollte rechtzeitig mit dem Formular erfolgen, welches der Bewilligung beiliegt. Mit der Abnahme wird sichergestellt, dass die gewässerschutzrelevanten Aspekte eingehalten werden.

Abfüllstelle

Abfüllstellen sind Plätze, auf denen wassergefährdende Flüssigkeiten umgeschlagen werden. Zum Beispiel von einem Tanklastwagen in den Lagertank bei einer Tankstelle. Bei Abfüllstellen müssen allfällige Havarieverluste zurückgehalten werden. Es sind die Richtlinien Gewässerschutzmassnahmen bei Lageranlagen und Umschlagplätze sowie Absicherung und Entwässerung von Güterumschlagplätzen umzusetzen.

Anlage erstellen

Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten dürfen nur von Personen erstellt, geändert, kontrolliert, befüllt, gewartet, entleert und ausser Betrieb gesetzt werden, die auf Grund ihrer Ausbildung, Ausrüstung und Erfahrung gewährleisten, dass der Stand der Technik eingehalten wird.

Betriebsanlagen

Betriebsanlagen sind Anlagen, deren wassergefährdende Flüssigkeiten sich in einem Produktionsprozess befinden sowie Kraft übertragen (z.B. hydraulischer Lift) oder Wärme transportieren (z.B. Thermoölheizung). Die Flüssigkeit von in Betriebsanlagen integrierten Tanks bleibt nur kurzfristig (ca. 24h) in den Behältern.

Bewilligungspflichtige Anlage

Bewilligungspflicht heisst, dass für die Erstellung einer Anlage eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung vorhanden sein muss. Vor deren Ausführung sind die Gesuchsunterlagen bei uwe einzureichen. Bewilligungspflichtige Anlagen werden von der Umweltfachstelle abgenommen und unterstehen der Kontrollpflicht innerhalb von 10 Jahren.

Erdverlegt

Als erdverlegt gelten Behälter und Rohrleitungen, wenn deren Aussenwände nicht sichtbar sind, um Flüssigkeitsverluste leicht zu erkennen.

Gebindelager

Behälter von 20 bis 450 Liter Inhalt für die freistehende Aufstellung, wie Kannen, Kanister und Fässer

Gesuch

Für die gewässerschutzrechtliche Bewilligung einer Anlage benötigt unsere Dienststelle folgende Unterlagen:

  • Gesuchsformular;
  • Situationsplan
  • Pläne der Anlage im Grundriss und Schnitt mit allen anlagerelevanten Einrichtungen.

Der zukünftige Inhaber der Anlage oder das Architekturbüro kann zwar die Gesuchsunterlagen selber bereitstellen, in der Praxis empfiehlt es sich aber, eine Ausführungsfirma bzw. einen Haustechnik-Anlageplaner damit zu beauftragen.

Gewässerschutzrechtliche Bewilligung

Für eine bewilligungspflichtige Anlage ist eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung notwendig. Die Bewilligung wird durch von der Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) schriftlich erteilt.

Grosstank-Anlagen

Als Grosstanks gelten Behälter mit einem Nutzvolumen von mehr als 250’000 Liter.

Kleintank-Anlagen

Tanks mit 450 bis 2'000 Liter Inhalt für die freistehende Aufstellung im Gebäude oder im Freien.

Meldepflichtige Anlage

Meldepflicht heisst, dass eine fertig erstellte Anlage auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Umweltfachstelle zu melden ist. Dabei bestätigt der Inhaber, bzw. der Ersteller, dass der Stand der Technik und die Schutzmassnahmen der Gewässerschutzgesetzgebung eingehalten werden.

Mittelgrosse Tankanlagen

Tanks ab 2000 bis 250'000 Liter Inhalt für die freistehende oder erdverlegte Verlegeart

Rohrleitungen

Rohrleitungen mit zugehörigen Pumpen und Armaturen verbinden Lagerbehälter, Umschlagplätze und Betriebsanlagen untereinander. Sie führen bis zum Schutzbereich der Umschlagplätze, Heizräume, Betriebsanlagen und dienen der Beförderung von Flüssigkeiten.

Schutzvorrichtungen bei Rohrleitungen

  • Kontrolle von Leitungen mit Druckbetrieb im täglichen Betriebsablauf
  • Doppelrohre mit Leckanzeigesystem für erdverlegte Druckleitungen und für solche, die nicht täglich überwacht werden
  • Vakuum- oder Magnetventile zum Aufheben der Siphonier-/Heberwirkung in den Leitungen
  • Sicherstellung des Rückhaltevolumens bei mehreren Kleintanks in einzelnen Wannen durch Ventile oder Umstellbatterien
  • Leckerkennungsrohre bei Rohrleitungen zum Weiterleiten von Flüssigkeitsverlusten in Auffangvorrichtungen und somit zum Erkennen allfälliger Undichtheiten.

Tankstelle

Bei einer Tankstelle ist bei einem Umschlag von mehr als 10'000 Liter im Jahr ein dichter, überdachter Betankungsplatz zu erstellen, welcher gemäss VSA Richtlinien über eine Abscheideanlage zu entwässern ist. Grösse des Betankungsplatzes = Schlauchlänge + 1 Meter. Für Ethanol- und Biodieseltreibstoffe sowie Harnstoffzusätze ist die Tankstelle abflusslos (jedoch mindestens für den Moment des Umschlags) auszuführen.

Testflüssigkeit

Bei den ersten doppelwandigen Stahltanks wurde der Zwischenraum mit einer sogenannten Testflüssigkeit überwacht. Diese Flüssigkeit enthält wassergefährdende Substanzen und ist deshalb bei der Stilllegung einer Tankanlage entsprechend der fachgerechten Entsorgung zuzuführen.

Umschlagplätze

Umschlagplätze sind Orte, an denen wassergefährdende Flüssigkeiten von einem Behälter in einen anderen umgeschlagen werden. Zum Beispiel zwischen zwei Transportbehältern, zwischen Transportbehältern und Lager- oder Betriebsanlagen oder bei Gebindeabfüllstellen.

Vollvakuumgeräte

Anstelle der Überwachung des Zwischenraumes eines doppelwandigen Behälters ist der zu Überwachende Behälter ist nur einwandig. Das Vollvakuumgerät erzeugt ein Vakuum auf das Tankinnere und setzt dadurch den ganzen Tankinhalt unter ein Vakuum.

Wassergefährdende Flüssigkeiten

Flüssigkeiten, die Wasser physikalisch, chemisch oder biologisch nachteilig verändern können. Sie werden eingeteilt in:

  • Klasse A; wenn kleine Mengen von wassergefährdenden Flüssigkeiten Wasser verunreinigen können (z.B. Heizöl, Benzin usw.)
  • Klasse B; wenn sie in grossen Mengen Wasser verunreinigen können (mehrheitlich Laugen, Säuren usw.)

Liste der klassierten Flüssigkeiten

Weitere Schutzeinrichtungen für das Befüllen

Überfüll-/Abfüllsicherung zum Unterbrechen des Füllvorganges; Überdrucksicherung, damit allfälliges Überfüllgut in die Tankwanne geleitet wird sowie zur Einhaltung des maximalen Betriebsdruckes der Behälter.

Zapfsäule

Zapfsäulen dienen dem Betanken von Fahrzeugen. Sie müssen so aufgestellt sein, dass interne Flüssigkeitsverluste auf dem Tankstellenplatz leicht erkannt werden können.