Kontroll- und Messpflichten bei Holzfeuerungen

Kontrollpflicht für Holzfeuerungen bis 70 kW

In einem interkantonal abgestimmten und durch die Umweltämter koordinierten Vorgehen führten die Kantone Luzern, Schwyz und Uri im Jahr 2008 die Kontrolle von Holzfeuerungen mit einer Wärmeleistung bis 70 kW ein. 2009 zog der Kanton Obwalden nach, 2010 die Kantone Zug und Nidwalden.

Bis Ende 2009 wurden die fehlbaren Betreiber lediglich verwarnt. Schon vor der definitiven Einführung der Feuerungskontrolle für kleine Holzfeuerungen kommunizierten die Kantone jedoch, dass (nach Ende einer Übergangszeit von zwei Jahren) im Wiederholungsfall mit einer Verzeigung gerechnet werden muss. Seit Januar 2010 werden daher Anlagenbetreiber verzeigt, die in ihrer Holzfeuerung zum wiederholten Mal Abfall oder andere unerlaubte Brennstoffe verbrennen.

Messpflicht für Holzfeuerungen 40 bis 70 kW (Kohlenmonoxid)

Der Kanton Luzern startete im Januar 2015 die Messung von Holzfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung ab 40 kW (entspricht einer Kesselleistung ab 35 kW). Betreiber einer solchen Anlage müssen ab 2015 die Kohlenmonoxidwerte ihrer Anlage alle zwei Jahre messen lassen. Dies betrifft im Kanton Luzern rund 2'000 Anlagen.

Die Gestaltung dieser Massnahme wurde im Kantonsrat politisch in Frage gestellt. Das Postulat P 32 über wirkungsvollere Massnahmen der CO-Messung bei Holzfeuerungen wurde im Dezember 2015 überwiesen. Die Dienststelle Umwelt und Energie diskutierten in der Folge mit Vertretern der Waldwirtschaft, der Landwirtschaft, der Heizungsbranche, der Feuerungskontrolle und der Gemeinden einen einvernehmlichen Umsetzungsvorschlag. Der Regierungsrat entschied sich im September 2016 für die Variante „Beibehalten des zweijährigen Messzyklus mit Entlastung der neuen Pellets-Feuerungen“:

  1. Die Massnahme K5 des Massnahmenplans Luftreinhaltung, d.h. die periodische CO-Messung bei Holzfeuerungen von 40 bis 70 kW, die der Regierungsrat im Juni 2008 beschlossen hat, wird grundsätzlich weitergeführt.
  2. Am Prüfintervall von 2 Jahren wird festgehalten.
  3. Pelletfeuerungen, die mit Pellets aus naturbelassenem Holz betrieben werden, sind bis und mit 15 Jahre nach der Herstellung von den periodischen CO-Messungen befreit.
  4. Neue, ab dem 1.10.2016 in Betrieb genommene Pellets-Feuerungen sind erst nach erfolgreich bestandener CO-Abnahmemessung von der periodischen Messpflicht befreit. Mit der CO-Abnahmemessung hat der Betreiber die Garantie, dass seine Feuerung technisch in der Lage ist, den vorsorglich gebotenen Emissionsgrenzwert für CO einzuhalten. Die CO-Abnahmemessung sollte innerhalb von 3 Monaten, spätestens jedoch nach 12 Monaten nach der Inbetriebnahme der Pellets-Feuerung erfolgen.
  5. Nach Vorliegen der revidierten Luftreinhalte-Verordnung des Bundes wird die weitere Umsetzung der Massnahme K5 wenn nötig überarbeitet.

Flyer "Ihre Holzfeuerung"