Kontrolle von Holzfeuerungen bis 70 kW

Der Kanton Luzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamt-Energieverbrauch bis 2030 gegenüber dem Jahr 2005 zu verdoppeln. Das bedeutet, dass in Zukunft auch der Energieträger Holz vermehrt zum Einsatz kommen wird.

Für die Luftqualität kann die zunehmende Zahl von Holzfeuerungen negative Folgen haben. Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) tragen die Verbrennungsprozesse zu rund 44 Prozent zur gesamten Feinstaub-Belastung bei. Der Anteil der Holzbrennstoffe wird dabei auf 16 Prozent des gesamten Feinstaubs geschätzt, weitere Anteile werden u.a. der offenen Verbrennung und der Verbrennung von Forstabfällen zugeordnet.

Die Holzfeuerungen verursachen zudem ein Mehrfaches an Feinstaub als sämtliche Öl- und Gasheizungen. Das Problem verschärft sich, wenn man bedenkt, dass Holzheizungen während der bezüglich Feinstaub kritischen kalten Jahreszeit betrieben werden und ihre Emissionen im Siedlungsraum anfallen. Der Beitrag der Holzfeuerungen zur lokalen Feinstaubbelastung kann deshalb im Winter deutlich höher sein als im Jahresdurchschnitt in der Schweiz.

Damit sich die Luftqualität nicht verschlechtert, setzt der Gesetzgeber vermehrt auf Prävention und verlangt von den Anlagenbetreibern, dass sie ihre Anlage regelmässig kontrollieren bzw. die Anlagenwerte messen lassen.

Übersicht über die Kontroll- und Messpflichten bei Holzfeuerungen 

Letzte gesetzliche Neuerungen

CO-Messung von Holzfeuerungen 40 bis 70 kW

Der Kanton Luzern startete im Januar 2015 die Messung von Holzfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung ab 40 kW (entspricht einer Kesselleistung ab 35 kW). Betreiber einer solchen Anlage müssen ab 2015 die Kohlenmonoxidwerte ihrer Anlage alle zwei Jahre messen lassen. Die Gestaltung dieser Massnahme wurde im Kantonsrat politisch in Frage gestellt.
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Kontrolle von Holzfeuerungen ab 35 kW

Der Kanton Luzern startete im Januar 2015 die Messungen von Holzfeuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung ab 35 kW. Holzfeuerungen ab 35 kW müssen seitdem alle zwei Jahre gemessen werden. Die Messpflicht betrifft damit auch alle handbeschickten Stückholzzentralheizungen sowie automatische Pellet- und Schnitzelfeuerungen ab dieser Leistung. Wohnraumfeuerungen (Cheminées, Cheminéeöfen usw.) gehören nicht zu den von der Messpflicht betroffenen Anlagen. Für sie kann die Behörde eine Messung anordnen, wenn es z.B. zu Klagen aus der Nachbarschaft kommt.
Flyer "Ihre Holzfeuerung" (2015)
Häufig gestellte Fragen

Kontrolle von Holzfeuerungen bis 70 kW

2007 führte der Kanton Luzern die Kontrolle von kleinen Holzfeuerungen ein:

  • Holzfeuerungen mit einer Wärmeleistung bis 70 kW werden gleich behandelt wie Öl- und Gasfeuerungen.
  • Kontrollpflichtig sind regelmässig benutzte Holzfeuerungen, welche innerhalb von zwei Jahren mindestens einmal vom Kaminfeger gereinigt werden. Typische Holzfeuerungen dieser Art sind Stückholzheizungen, Schnitzelfeuerungen, Kochherde, Kachel-, Schweden- und Zimmeröfen.
  • Bei der Kontrolle wird das Brennholzlager angeschaut und eine Aschenprobe gezogen. Alle Proben werden visuell kontrolliert; von den Aschenproben, denen man keine verbotenen Brennstoffe ansieht, wird ein Teil chemisch analysiert (Stichproben).
  • Der Vollzug erfolgt nach dem bewährten Muster der Öl- oder Gasfeuerungen: periodische Aufforderung der Anlagenbetreiber, freie Wahl des Feuerungskontrolleurs aus einer Liste von zugelassenen Kontrolleuren und Kostenübernahme durch den Anlagenbetreiber.
  • Die Kosten werden gemäss Verursacherprinzip vom Anlagenbetreiber getragen. Sie setzen sich zusammen aus dem Aufwand des Feuerungskontrolleurs und einer Vignette pro Haushalt. Die Kosten des Kontrolleurs richten sich nach dessen Stundenansatz und Arbeitsaufwand; der Preis der Vignette beträgt 35 Franken (exkl. Mehrwertsteuer).
  • Die Kontrolle findet in der Regel alle zwei Jahre statt. Cheminées dürften grossmehrheitlich von der Kontrolle ausgenommen sein, weil viele von ihnen nach feuerpolizeilichen Kriterien zu wenig regelmässig betrieben werden. Ebenfalls von der Kontrolle ausgenommen sind reine Pelletfeuerungen, da hier nur eine geringe Gefahr besteht, dass Abfall verbrannt wird.

Flyer "Ihre Holzfeuerung" (2007)
Häufig gestellte Fragen