Grundwasserschutzzonen

Für die im öffentlichen Interesse liegenden Trinkwasserfassungen und Anreicherungsanlagen sind Schutzzonen auszuscheiden (Art. 20 GSchG). Solche Grundwasserschutzzonen werden grundeigentümerverbindlich verfügt, um Trinkwasserfassungen vor Verunreinigungen zu schützen. Dabei wird unterschieden zwischen Zone S1, S2 und S3 mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsbeschränkungen.

Die Zone S1 umfasst den unmittelbaren Fassungsbereich von 10 bis 20 Metern gegen die Fliessrichtung zur Fassung. Damit wird gegen direkte oder unfallbedingte Verunreinigungen vorgebeugt. In der Zone S1 sind alle Nutzungen und Tätigkeiten untersagt, die nicht der Wasserversorgung dienen.

Die Zone S2 umfasst den engeren Bereich von mindestens 100 Metern gegen die Fliessrichtung des Grundwasserstroms. Mit dieser Zone sollen Keime und Viren aus Abwasser und Gülle vom Fassungsbereich ferngehalten, schwer abbaubare Stoffe zurückgehalten und Beeinträchtigungen durch Grabungen, Bauten und Anlagen verhindert werden. In der Zone S2 gelten strenge Nutzungsbeschränkungen für die forstliche und landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Bauten und Anlagen sind nicht zugelassen.

Die Zone S3 grenzt an S2 und verläuft mindestens zusätzliche 100 Meter weiter. Diese Pufferzone dient dem Rückhalt von Stoffen und ermöglicht bei Unfällen eine genügend lange Interventionszeit. Auch in der Zone S3 ist die Bewirtschaftung stark geregelt. Bauten und Anlagen sind nur unter strengen Auflagen und Bedingungen erlaubt.

Für das Erstellen von Bauten und Anlagen sowie für Tätigkeiten, die eine Gefährdung für das Grundwasser bedeuten, ist in Grundwasserschutzzonen eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung erforderlich. Eine Bewilligung kann nur ausnahmsweise in begründeten Fällen erteilt werden, wenn alle zum Schutz des Grundwassers notwendigen Massnahmen umgesetzt werden.