Schützen die angeordneten Nutzungsvorgaben die Gesundheit wirklich?

Schadstoffe im Gartenboden können den Menschen durch den Verzehr von Gemüse, welches Schadstoffe aus dem Boden aufgenommen hat belasten, und / oder belastetes Bodenmaterial kann oral aufgenommen werden, besonders wenn Kinder beim Spielen Erde direkt über den Mund aufnehmen.

Die individuelle Gefährdung hängt von vielen Faktoren ab. Bei der Aufnahme der Schadstoffe über den Verzehr von Gemüse sind in erster Linie relevant: Schadstoffgehalt, Bodeneigenschaften (pH, Tongehalt etc.), Essgewohnheiten (Art und Menge der Gemüse) und Dauer der Gartenbewirtschaftung. Bei der direkten Aufnahme von Boden durch Kinder spielen die Aufenthaltshäufigkeit im Garten, der Bodenbedeckungsgrad und insbesondere die individuelle Verhaltensweise eine Rolle. Von zentraler Bedeutung sind natürlich auch die Lebensumstände der Nutzer (Alter, Gewicht und Konstitution, auch genetisch).

Aufgrund des Zusammenspiels dieser Einflussfaktoren ist es schwierig, die Auswirkungen auf den Menschen abzuschätzen. Zur daraus resultierenden Unsicherheit kommt hinzu, dass die Wirkungen der Schadstoffe auf den menschlichen Organismus nicht abschliessend bekannt sind. Dies zum Einen, weil keine Experimente mit Schadstoffen am Menschen durchgeführt werden können und zum Anderem, weil subtile Schadwirkungen bzw. Beeinträchtigungen des menschlichen Organismus schwierig nachzuweisen sind.

Durch die heutigen gesetzlichen Regelungen und den daraus abgeleiteten Nutzungsvorgaben für schadstoffbelastete Böden wird diesen Unsicherheiten Rechnung getragen.

Die Nutzung wird ab denjenigen Belastungswerten verboten, ab welchen nach heutigem Stand des Wissens eine Schädigung bzw. Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Dabei wurde insbesondere dem Schutz der empfindlichsten Personengruppen (Kinder) Rechnung getragen. Zudem bezwecken diese Regelungen den Schutz der Gesundheit auch bei einem langjährigen (d.h. chronischen) Einfluss der Schadstoffe.

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