FAQ - Häufig gestellte Fragen (April 2009)

  • Betrifft es auch meine Parzelle? Wie hoch ist die Belastung meiner Parzelle?

    Die tatsächliche Belastung ist erst bekannt, wenn Bodenproben chemisch analysiert wurden. Unsere Dienststelle untersucht in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern (z.B. Stadt Luzern) der Dringlichkeit folgend nacheinander alle Gartenareale mit einer erhöhten Belastungswahrscheinlichkeit.
    Gartenbewirtschafter, welche sich schon früher Gewissheit über die Belastungssituation im eigenen Garten verschaffen wollen, können auf eigene Kosten Bodenproben analysieren lassen. Wir weisen jedoch darauf hin, dass das geplante Untersuchungsprogramm der Dringlichkeit der Situation Rechnung trägt und dass die Kosten für solche Probenahmen und Analysen mit einigen hundert Franken hoch sind.

  • Warum soll man keine Asche im Garten verwenden?

    Wird Holz verbrannt, bleiben neben den Nährstoffen Kalium und Phosphor auch Schadstoffe in der Asche zurück. Diese reichern sich beim Ausbringen im Boden an. Besonders stark belastet sind Aschen von behandeltem Holz.
    Holzasche ist ausserdem kein geeigneter Dünger für unsere Böden. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind meist in Böden von Haus- und Familiengärten in genügendem Mass oder sogar im Überschuss vorhanden.
    Asche aus Holzheizungen und Cheminées ist daher mit dem Kehricht zu entsorgen.
    Zudem: Abfälle wie Zeitungen, Zeitschriften, Karton, Verpackungsmaterial, Holzpaletten, Kisten oder Harassen dürfen nicht privat verbrannt werden. Wer damit feuert, belastet die Umwelt und verstösst gegen das Umweltschutzgesetz. Dasselbe gilt für Gartenabraum im Winterhalbjahr.  mehr
    Informationen zum Feuern mit Holz finden Sie zudem unter www.fairfeuern.ch .

  • Wie ist die Gefährdung durch eine langjährige Nutzung eines stark belasteten Gartens rückblickend einzuschätzen?

    Durch die Anordnung der Nutzungseinschränkungen und –verbote wird nach dem uns vorliegenden Kenntnisstand eine künftige Gefährdung mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen. mehr

  • Sind private Hausgärten auch betroffen?

    Die Böden von intensiv genutzten privaten Hausgärten können wie die Familiengärten mit Schadstoffen angereichert sein. Die Belastungsursachen sind grossteils die selben: Ausbringen belasteter Asche, übermässiger Hilfsstoffeinsatz, Verwertung industrieller Abfallprodukte wie Giessereisande, Freizeittätigkeiten wie Feuerwerke oder Reparaturarbeiten, Errichtung von Gärten auf vorbelasteten Flächen oder nahe an Emittenten etc. Erste Untersuchungen unserer Dienststelle haben auf keine starken Belastungen hingewiesen.

  • Wer trägt die Kosten?

    Die Kosten für die Untersuchung und die Massnahmen (inklusive einer allfälligen Sanierung) auf belasteten Böden von Familiengärten werden durch die Grundeigentümer (z.B. Stadt Luzern) getragen.
    Die Grundeigentümer können die angefallenen Kosten bei den Verursachern der Bodenbelastungen einfordern (Verursacherprinzip, Art. 2 Umweltschutzgesetz).
    Die Untersuchungskosten von Gartenarealen, die sich als insgesamt unbelastet herausstellen, werden vom Kanton übernommen, vorausgesetzt, die Vorgaben von uwe zu den Untersuchungen der Bodenbelastung in Familiengärten werden eingehalten.
    Falls mit Abfällen belastete Standorte betroffen sind (z.B. ehemalige Deponien), kommt das öffentlichrechtliche Verfahren zur Kostentragung nach Altlastenverordnung zur Anwendung.

  • Muss ich das ganze Erdreich auswechseln?

    Wir raten Bewirtschaftern von belasteten Parzellen dringend davon ab, Erdreich selber auszutauschen. Solche Massnahmen wären allenfalls nach gründlichen Abklärungen unter Absprache mit dem Grundeigentümer durchzuführen.

  • Wie kann ich Bodenbelastungen vorbeugen? Wie soll ich meinen Garten bewirtschaften?

    Um Bodenbelastungen generell zu vermeiden, empfehlen wir allen Bewirtschaftern von Familiengärten Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel sparsam und gezielt einzusetzen. Wir empfehlen, den Garten mit maximal einem bis zwei Litern Kompost pro Quadratmeter zu düngen und keine Asche (auch nicht von unbehandeltem Holz) zu verwenden. weiter zu Broschüre „Gartenböden schützen und pflegen“

  • Bin ich als Gartenbewirtschafter eines Areals der Untersuchungspriorität 1 gefährdet?

    Die Zuteilung eines Areals zur Untersuchungspriorität 1, bedeutet nicht automatisch eine hohe Schadstoffbelastung im Boden. Es bestehen jedoch verschiedene Hinweise auf eine Schadstoffbelastung (z.B. Verdacht auf ehemalige Abfallablagerungen, Alter der Familiengärten etc.). Je mehr Hinweise vorliegen, desto dringlicher sind die Abklärungen. Doch erst wenn die Resultate von chemischen Bodenanalysen vorliegen, kann beurteilt werden, ob eine Gefährdung vorliegt und ob Massnahmen zur Gefahrenabwehr zu treffen sind.

  • Schützen die angeordneten Nutzungsvorgaben die Gesundheit wirklich?

     Durch die Anordnung der Nutzungseinschränkungen und –verbote wird nach dem uns vorliegenden Kenntnisstand eine künftige Gefährdung mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen. mehr

  • Was soll/muss ich tun, bis Bodenanalysen meiner Parzelle vorliegen?

    Es sind keine zwingenden Massnahmen erforderlich bis die tatsächliche Belastungssituation durch chemische Analysen abgeklärt ist. Mit folgenden Massnahmen kann man ein Risiko aber generell vermindern:

    • Nahrungspflanzen aus dem eigenen Garten gut waschen und nach Möglichkeit schälen.
    • Sich nicht hauptsächlich aus dem eigenen Garten ernähren.
    • Anbau von Nahrungspflanzen mit schwacher Schwermetallaufnahme: Obst, Beeren, Mais, Tomaten, Peperoni, Aubergine, Gurken, Kürbis, Zucchetti, Bohnen und Erbsen (mehr dazu bei der Frage zu den Gemüse- und Obstsorten).
    • Kinder nicht auf unbewachsenen Gartenböden spielen lassen.
  • Wer ist wofür zuständig?

    Die Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) begleitet die Untersuchungen und erlässt die zu treffenden Massnahmen, wenn Prüf- und Sanierungswerte überschritten sind. uwe kann stichprobenartig Kontrollen zur sachgerechten Umsetzung der Massnahmen durchführen.
    Die Grundeigentümer von Familiengartenarealen sind grundsätzlich für die Ausführung der Untersuchungen und der Massnahmen verantwortlich. Sie beauftragen in Absprache mit uwe ein spezialisiertes Labor für die Boden-Probenahme sowie für die chemischen Analysen und die Auswertung derselben. Die Grundeigentümer stellen zusammen mit den Bewirtschaftern die Umsetzung der zu treffenden Massnahmen sicher, inklusive allfälliger Anpassungen der Pachtverträge.

  • Warum wurde die Problematik erst jetzt angegangen?

    Vor dem Jahr 2006 waren die Vorgaben darüber unklar, wie mit Bodenbelastungen über den Prüfwerten umzugehen ist. Heute ist im Handbuch „Gefährdungsabschätzung und Massnahmen bei schadstoffbelasteten Böden“ (BAFU 2005) geregelt, wie in den Kantonen die Massnahmen zur Gefahrenabwehr zu vollziehen sind.

  • Sind alle Gemüse- und Obstsorten gleichermassen betroffen?

    Gewisse Nahrungspflanzen nehmen Schwermetalle weniger stark auf als andere, und sind deshalb bei belasteten Böden besser für den Anbau geeignet. Dies sind generell Obst und Beeren, sowie Mais, Tomaten, Peperoni, Aubergine, Gurken, Kürbis, Zucchetti, Bohnen und Erbsen.
    Eine detaillierte Liste über das Schadstoff-Akkummulationsverhalten verschiedenster Nahrungspflanzen findet sich auf Seite 27 des Handbuchs „Gefährdungsabschätzung und Massnahmen bei Schadstoffbelasteten Böden“ (BAFU 2005).