Strassenabwasserbehandlung

Strassenabwasser belastet oft angrenzende Böden und Gewässer. Besonders problematisch sind Schwermetalle und die polyzyklischen Kohlenwasserstoffe (PAK), welche in der Umwelt nicht abgebaut werden und sich deshalb im Boden, in den Gewässern und schliesslich in der Nahrungskette anreichern.

Bisher war es üblich, das Regenwasser von Verkehrswegen «über die Schulter» im angrenzenden Landstreifen versickern zu lassen oder unbehandelt in ein Gewässer abzuleiten. Zum Teil wird Verkehrswegeabwasser aber auch über Leitungen der Siedlungsentwässerung einer ARA zugeführt. Der bisherige Umgang mit Strassenabwasser hatte jedoch Probleme zur Folge: Bei Regen kann von einer stark befahrenen Strasse eine beträchtliche Schmutzfracht ins Grundwasser oder in ein Gewässer gelangen, vor allem Kies, Sand und Abfall, aber auch Rückstände aus dem Pneu- und Belagsabrieb.

SABA an stark befahrenen Strassen

Neu muss deshalb das Abwasser von stark befahrenen Strassen behandelt werden. Konkret bedeutet dies, dass bei der Sanierung von stark frequentierten Strassenabschnitten Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA) einzurichten sind.

Eine SABA wird notwendig, wenn ein Abwasser unbehandelt nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Mit der SABA wird ein Abwasser so behandelt, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und somit eine Einleitung in ein Gewässer möglich wird.

Mittels SABA soll künftig ein möglichst grosser Teil des Abwassers von stark befahrenen Strassenabschnitten behandelt werden. Strassenabwasser fällt sehr unregelmässig an, denn im Durchschnitt regnet es nur während rund 5% der Zeit und jeweils unterschiedlich stark. Für die Reinigung von Strassenabwasser braucht es deshalb Speichermöglichkeiten und effiziente Filtersysteme. Nur bei Extremniederschlägen, wie sie etwa 3 bis 5 Mal pro Jahr vorkommen, muss Strassenabwasser durch ein Überlaufsystem unbehandelt ins Gewässer geleitet werden.

Glossar:

  • Verkehrswegeabwasser: Niederschlagswasser, das von Anlagen, die dem Strassen-, Eisenbahn- und Luftverkehr dienen, oberflächlich abfliesst
  • Entlang von Bahntrassees fällt nur dann Abwasser an, wenn unter dem Geleiseschotter eine befestigte Fläche (Beton, Bitumen oder andere wasserdichte Schicht) besteht oder das Sickerwasser gefasst wird.
  • Bei den Strassen wird Wasser, das aus der Entwässerung des eigentlichen Strassenkörpers (Planumsentwässerung) resultiert, nicht als Verkehrswegeabwasser betrachtet, sofern es nicht zusammen mit dem auf der Oberfläche anfallenden Abwasser gesammelt und abgeleitet wird.
  • Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA): Anlagen zur Abwasserbehandlung von stark befahrenen Strassen